ESSEN, Trinken und Weitere genüsse


Ja, vollkommen richtig, die Lebensmittel in Norwegen sind um einiges teurer als in Deutschland, aber zum einen ist die Qualität oftmals besser und zum anderen wertschätzt man die gekauften Lebensmittel deutlich mehr. Die Norwegen achten sehr auf "lokalmat" bzw."kortreist mat", also Lebensmittel die aus der Nähe kommen und auf den lokalen Bauernhöfen produziert werden....


Viele Bauern bieten ihre Erzeugnisse direkt vom Hof an und zur Erdbeer- und Himbeerzeit sind es meist Schüler, die auf so ziemlich jedem Parkplatz diese leckeren Früchte anbieten - man kommt an ihnen einfach nicht vorbei. Auch auf den norwegischen (sehr leckeren !!!) Kartoffeln liegt ein besonderes Augenmerk. So darf man unter anderem keine Kartoffeln einführen, weil die einheimischen Sorten geschützt werden sollen. Außerdem sind wir bekennende Fans des lokalen Honig und der leckeren einheimischen Marmelade, meist mit 60g Beeren und ganzen Früchten. Zum Thema "Honig aus Norwegen und der deutsche Zoll" wäre demnächst ein eigener Blogbeitrag angebracht.... Coming soon :-)

 

Ein Restaurantbesuch in Norwegen erscheint  unverschämt teuer - aber die Qualität ist dafür oft unbeschreiblich. Die Norweger lieben gutes Essen und so gibt es selbst in den abgelegensten bewirtschafteten DNT Hütten zum "middag" (in Norwegen das Abendessen, meist ab 18.00 Uhr oder später) ein 3-Gänge Menü, mit so frischen Zutaten,  dass man gar nicht mehr aufhören möchte zu essen. So werden wir unter anderem das Menü in der Hütte "Glitterheim" (Jotunheimen) mit frisch geräucherter Forelle und Rentierzunge sicher nie vergessen... Dazu darf auch ein gutes Schlückchen Wein oder ein Bier nicht fehlen und am nächsten Morgen geht es wieder auf Tour - das ist Lebensqualität !!

Die traditionellen Gerichte sind allerdings oftmals selbst unter den grössten Norwegen-Liebhabern nicht unumstritten und für unseren Gaumen oft sehr gewöhnungsbedürftig. Hier eine kleine Auswahl:

NORWEGISCHES GERICHT ERKLÄRUNG UNSER EINDRUCK
Rømmegrøt 
Lapskaus 
Bacalao 
Lutefisk 
Fårikål 
Klippfisk 
Bergen fiskesuppe 
Raspeball 
Pinnekjøtt 
Kjøttkake 
eine Art Brei aus Sauerrahm
Eintopf mit Kartoffeln und roten Beeten
Norwegischer Fischeintopf mit Klippfisch
Eingelegter Trockenfisch (Kabeljau)
Schaf in Kohl, oft mit Kartoffeln 
Trockenfisch (meist gedörrter Kabeljau)
Bergener Fischsuppe
Klösse oft mit einer Art Schlachteplatte
Gepökelte Lammrippe (Festessen)
Fleischklops = Bulette 
unser Favorit und ein Muss - aber "gefährlich" viele Kalorien
durchaus lecker - je nach Zubereit-(er)-(ung)
verdammt lecker und inzwischen (Welt)weit verbreitet
aus unserer Sicht gewöhnungsbedürftig...
sehr deftig und lecker - Schnaps danach nicht vergessen
es gibt sehr leckere Verwendungen wie z.B. im Bacalao
eine Köstlichkeit - vor allen Dingen in Bergen selbst....
sehr deftig und durchaus empfehlenswert 
ein Muss in Norwegen und das Nationalgericht schlechthin
Vertrauensfrage - oft aber sehr gut :-)

Raspeballer sind speziell in Bergen beliebt
Raspeballer sind speziell in Bergen beliebt
Die Norweger mögen eine gute Mahlzeit
Die Norweger mögen eine gute Mahlzeit
Ein frisches Stück Fisch ist ein Muss in Norwegen
Ein frisches Stück Fisch ist ein Muss in Norwegen


Was wäre ein gutes Essen ohne die passenden Getränke ?

Aber wie erklärt man das ambivalente Verhältnis der Norweger speziell zu alkoholischen Getränken ? Für Außenstehende, die wir ja in diesem Fall sind, ist das fast nicht möglich und eigentlich steht es uns auch nicht zu, in dieser Thematik eine Bewertung vorzunehmen. Fakt ist, dass die Diskussion im Land selbst -  immer wieder aufflammend - sehr kontrovers und auch emotional geführt wird: Von der absoluten Freigabe des Alkoholverkaufs bis hin zum strikten Verbot und einer Verschärfung der ohnehin schon recht restriktiven Verkaufsbeschränkungen. So gibt es in den Supermärkten nur Getränke mit einem Alkoholgehalt bis 4,9 %, wie zum Beispiel Bier und der in Norwegen beliebte Cider (eine Art vergorener Apfelsaft, inzwischen aber auch in vielen Geschmacksrichtungen zu bekommen), frei zu kaufen, wenn nicht kommunale Verordnungen den Verkauf in Bezug auf Wochentag oder Uhrzeit einschränken. So standen wir nach einem warmen Sommertag nach 18.00 Uhr auch schon vor einem verschlossenen Bierregal, da der Verkauf um diese Uhrzeit bereits untersagt war.... 

Womit wir beim Bier wären, welches es in Norwegen zu allen Anlässen und Gelegenheiten in besonderen Editionen gibt: Ob es die "Øl" Sorten zu Weihnachten, zum Sommer, zur Mitternachtssonne oder wozu auch immer als auch die inzwischen zahlreichen regionalen Biere sind: Es hat sich in den letzten Jahren in Norwegen eine beeindruckende und akzeptierte Bierkultur entwickelt, die sich in Hinsicht auf Qualität und Vielfalt (bezogen auf die Einwohnerzahl Norwegens) neben dem deutschen Angebot nicht verstecken muss. "Schweren Herzens" habe ich daher auf einer Reise in den Norden Norwegens ein kleines Vermögen investiert und für Euch :) die verschiedensten Sorten in der Region getestet. Darunter befinden sich zahlreiche Biere der führenden und damit das Sortiment im Norden dominierenden Brauerei Mack (die nach eigener Aussage "die nördlichste Brauerei der Welt" sein soll):

Herrlich ausgewogen und frisch - für mich DER Geschmack des Nordens.

So muss die tief stehende Sonne um Mitternacht schmecken. Herrlich würzig und dennoch leicht - mein Favorit.

Oft entstehen Enttäuschungen aus falschen Erwartungen... 

Mehr Marketing als Geschmack.

Leider nicht so gut, wie die Lofoten selbst. Eher simpel und langweilig im Geschmack.

Hier scheinen sich die Herren von Mack besonders viel Mühe zu geben: Ausgewogen, würzig und feinherb.

Ein leckeres und leichtes Sommerbier - mit einem Punkt Abzug, da das Midnattsol Bier einfach noch etwas besser schmeckt.


Wir sparen schon jetzt auf den nächsten Test mit Bieren, die es in oder auch aus der Region um Luster in Sogn og Fjorden gibt......

Demnächst hier online !!!

 

Im Umgang mit Alkohol lauern in Norwegen einige Fettnäpfchen, wie zum Beispiel überlieferte Klischee, man könne immer und jederzeit einem Norweger eine Freude mit einer generös überlassenen Flasche Schnaps machen. Auch wenn eine gute Flasche Whisky oder Weinbrand auch in Norwegen oft und gern als Geschenk akzeptiert wird, sollte man sich im Vorfeld Gedanken zum Anlass und zum Empfänger machen, um eventuellen Missverständnissen vorzubeugen. 

Ebenso ist es ein Trugschluss zu unterstellen, dass alle Norweger in ihrem Keller eine Destillerie zu stehen haben, um sich selbst ausreichend mit Alkohol zu versorgen, weil es keine, kaum oder nur schlechte alkoholische Produkte im Land zu kaufen gibt. Sicherlich gibt es Wein und Spirituosen nach wie vor nur in den staatlichen Vinmonopolet Geschäften in größeren Städten. Dort ist die Auswahl beeindruckend, die Preise sicherlich nicht weniger... Aber wer weiß schon, dass ein großer Teil der Aquavit Produktion Skandinaviens fest in norwegischer Hand ist ? Das populäre Nationalgetränk in Skandinavien wird in Schweden und Dänemark oft aus Getreide und in Norwegen aus Kartoffeln hergestellt, fast immer mit Kümmel gewürzt und mit unzähligen weiteren Kräutern und anderen Zutaten verfeinert. Der Name Aquavit entstammt übrigens dem Lateinischen und bedeutet "Wasser des Lebens".... Nach einem guten Essen ist ein Aquavit in Norwegen ein Muss und zum Festmahl an Ostern und Weihnachten nicht wegzudenken (weshalb es oft auch "Jule" - also Weihnachtseditionen gibt). 

 

 

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