Norwegen - land und leute

Wissenwertes, Interessantes, informatives zu und aus norwegen, den norwegern selbst und vieles mehr über dieses traumhafte land im norden von europa

  • Hauptstadt - Oslo
  • Staatsoberhaupt - König Harald der V.
  • Regierungschef - derzeit Erna Solberg
  • Amtssprache -  norwegisch (bokmål und nynorsk)
  • Währung - Norwegische Krone (NOK)
  • Fläche - ca. 385.000 km²
  • Einwohner - ca. 5,2 Mio
  • Bevölkerungsdichte - ca. 15 pro km²
  • Nationalfeiertag - 17.Mai

Norwegen liegt auf der Skandinavischen Halbinsel. Es grenzt im Osten an Schweden und im Nordosten an Finnland und Russland. Die Längenausdehnung des Landes ist gigantisch, so beträgt die Luftlinie von Kristiansand nach Hammerfest alleine ca. 1.572 km. Das Land ist in 19 Verwaltungsprovinzen (Fylker) eingeteilt, die zu fünf Landesteilen zusammengefasst wurden. 

  • Nord-Norge (dt. Nordnorwegen) - Finnmark, Troms, Nordland,
  • Trøndelag (Mittelnorwegen) -  Nord-Trøndelag, Sør-Trøndelag
  • Vestlandet (dt. Westland) - Møre og Romsdal, Sogn og Fjordane, Hordaland, Rogaland
  • Sørlandet (dt. Südland) - Vest-Agder, Aust-Agder
  • Østlandet (dt. Ostland) - Telemark, Buskerud, Hedmark, Oppland, Akershus, Oslo, Vestfold, Østfold

Das Land wird geprägt durch seine unzähligen Gebirgsketten mit tief eingeschnittenen Tälern, den kargen Hochebenen (unter anderem der bekannten Hardangervidda) und natürlich durch eine Vielzahl von einzigartigen Fjorden und türkisblauen Gletscherzungen. Der längste und tiefste Fjord Norwegens ist der Sognefjord. Der höchste Berg ist der Galdhøpiggen im Gebirge Jotunheimen (zu deutsch Riesengebirge) mit seinen 2469 Metern. Es gibt darüber hinaus noch 26 weitere Gipfel, die ebenfalls über 2300 Meter hoch sind. Der größte Binnensee des Landes ist der Mjøsa mit seinen rund 362 km² Fläche und der längste Fluss mit 601 km ist der Glomma. Der höchste Wasserfall ist der Kjelfossen mit einer beeindruckenden Höhe von immerhin 840 m. Das Land ist umgeben von ungefähr 150.000 Inseln. Eine der wohl legendärsten Inselgruppen sind die Lofoten, mit ihren kleinen idyllischen Fischerdörfern und den schroffen Bergspitzen, die sich majestätisch aus dem Meer erheben. Weniger bekannt sind die Vesterålen, nördlich der Lofoten, die aber oft als noch schöner beschrieben und ebenfalls gern bereist werden. Die im Nordpolarmeer gelegene Inselgruppe Spitzbergen (norw. Svalbard) ist zunehmend populär und auch in jedem Fall eine Reise wert, besonders wenn man die Extreme Skandinaviens sucht. So wechseln sich hier Dunkelzeit und Mitternachtssonne fast nahtlos halbjährlich ab.

 

Die Westküste bietet, was viele nicht wissen, ein ausgesprochen mildes und aber auch feuchtes Klima. Der Grund dafür ist der Golfstrom, der relativ warmes Wasser an die Küste und damit auch ein spezielles Klima mit sich bringt. Daher bleibt die Küste fast den gesamten Winter eisfrei. Bergen ist deshalb aber auch allgemein als "Regenhauptstadt" bekannt. Ein Bergenser antwortet oft auf die Frage, wann es in Bergen am meisten regnet : "Zwischen Januar bis Dezember!" 

Je weiter man ins Landesinnere kommt, umso stärker ist das Klima kontinental geprägt. Die Niederschläge nehmen im Vergleich zur Westküste ab, die Sommer werden oft sehr heiß und im Winter kann es dagegen auch bis zu minus 30 Grad kalt werden.

Es gibt über 40.000 Seen und weit mehr Moore und Sumpfgebiete. Ein Viertel der Fläche des Landes ist mit Wäldern bedeckt, die reich an Pilzen, Preiselbeeren; Moltebeeren und Heidelbeeren sind. Die Pflanzenwelt in Norwegen ist gigantisch: es gibt über 1300 Arten Samenpflanzen und Farne, über 12.000 Flechten-Arten und ca. 800 Moosarten. Man erlebt hier eine einzigartige, vielfältige und zum Teil unberührte Natur, die zum Entdecken und Wandern einlädt.

 

In den Wäldern leben neben den zahlreichen Pflanzen auch viele Tiere, wie zum Beispiel Elche, Wölfe, vereinzelt Bären und Rotwild. In den Hochebenen kann man auf wilde Rentiere treffen und weiter im Norden lassen sich mit etwas Glück sogar Luchse und Polarfüchse bestaunen. Im Dovrefjell gibt es noch eine Population wilder Moschusochsen und nicht zu vergessen: die Eisbären auf der Insel Svalbard. 

Norwegen ist aber auch reich an verschiedenen Vogelarten. Zu den wohl bekanntesten der rund 200 Vogelarten zählen zum einen die Greifvögel (Steinadler, Fischadler, Hühnerhabicht, Bussard) und natürlich die Papageientaucher - die aufgrund ihres Aussehens und ihrer putzigen Bewegungen so ziemlich jeden in ihren Bann ziehen.

Norwegen ist aber auch ein Eldorado für Angler. In den Flüssen tummeln sich Lachse und Forellen und das Meer ist reich an Kabeljau (Dorsch), Heilbutt, Seewolf,  Seelachs, Heringen und Makrelen. Wer gern einmal Wale in freier Wildbahn erleben möchte, sollte unbedingt nach Nordnorwegen reisen. Die Veranstalter der Walsafaris werben dort sogar mit einer Erfolgsgarantie von 100 % !

Also, auf nach Norwegen....


Nordisches Lebensgefühl und die Norweger

Wer die meiste Zeit im Jahr bereit ist, die widrigsten Wetterbedingungen auf sich zu nehmen, Unterwäsche aus Schafwolle zu tragen, wegen Schnee gesperrte Straßen, wegen Sturm unterbrochene Fährverbindungen und viele Unannehmlichkeiten mehr in Kauf zu nehmen, um dann in einem kurzen Sommer heller Nächte und durch unglaubliche Landschaften dafür entschädigt zu werden, der muss zu einem ganz eigenen Völkchen gehören - den "Normennern", wie sich die Norweger nennen. Abstammend von den Wikingern - und diese Herkunft lässt sich selten leugnen - sind die Norweger ein sehr eigenes, liebenswertes Völkchen. Wir sind uns daher oft nicht sicher, ob wir die traumhafte Landschaft oder eher die Norweger selbst mehr mögen. 

 

Um die Mentalität und die Kultur besser zu verstehen, muss man sich auf einige Besonderheiten in Skandinavien einlassen. Vieles was uns hier an Verhaltensweisen begegnet und oft fasziniert, hat seinen Ursprung in der skandinavischen Geschichte und Kultur.

Neben der Tatsache, dass man schon immer und oft gemeinsam gegen Naturgewalten zusammen stehen musste, ist diese auch stark durch das "Janteloven" (Das Gesetz von Jante) geprägt. Dabei handelt es sich um eine Art Verhaltenskodex, der in gewisser Weise gut mit den zehn Geboten inhaltlich als auch im Aufbau verglichen werden kann. 

Man könnte es auch als eine Art moralisch-ethisches Grundgesetz der Norweger (Skandinavier) bezeichnen, muss aber im gleichen Atemzug hinzufügen, dass es durchaus ambivalent gesehen und diskutiert wird... 

Das Janteloven: 

Du sollst nicht glauben, dass du etwas bist.

Du sollst nicht glauben, dass du genauso viel bist wie wir.

Du sollst nicht glauben, dass du klüger bist als wir.

Du sollst dir nicht einbilden, dass du besser bist als wir.

Du sollst nicht glauben, dass du mehr weißt als wir.

Du sollst nicht glauben, dass du mehr bist als wir.

Du sollst nicht glauben, dass du zu etwas taugst.

Du sollst nicht über uns lachen.

Du sollst nicht glauben, dass sich irgendjemand um dich kümmert.

Du sollst nicht glauben, dass du uns etwas beibringen kannst. 

 

Es ist damit verpönt sich selbst zu erhöhen und in den Mittelpunkt zu stellen. Den ein oder anderen Politiker in Skandinavien hat es auch schon das Amt gekostet, wenn er oder sie sich offensichtlich zu weit vom Volk entfernt oder über dieses gestellt hat. Auf der anderen Seite gibt es zunehmend "neues Geld" wie es unsere norwegischen Freunde formulieren, um gleich noch zu betonen, dass dieses oft zur Demonstration von Reichtum eingesetzt wird - ein Umstand der eben viel Widerspruch und Abneigung produziert. 

Was wir in jedem Fall, sehr oft und meistens auch unaufgefordert erleben durften, war eine durchgängige Hilfsbereitschaft der Norweger. Diese setzt sich fort in einem augenscheinlich perfekten Gemeinwesen, einem sehr aktiven Vereinsleben und einem unglaublichen Engagement von Freiwilligen, wie man es zum Beispiel im DNT erlebt: Viele Wege wären nicht so perfekt mit dem bekannten roten T markiert und unzählige Hütten nicht in diesem Zustand erhalten, wenn nicht unzählige norwegische Studenten aber auch Senioren einen "frivillig innsats" erbringen würden.

Es gäbe noch so viel zu schreiben über die Norweger, ihren Stolz, ihren Patriotismus, ihren Pragmatismus und die von uns immer wieder erlebte besondere Freundlichkeit. Am besten ist es wohl, Ihr macht Euch in Norwegen selbst ein Bild oder lest vor der ersten Reise eines der folgenden empfehlenswerten Bücher über Norwegen und die Norweger (kann direkt über einen Klick auf das Buchcover (*Link) bei Amazon bestellt werden):

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