Rundtour sechs Tage von Hütte zu Hütte im Nationalpark Jotunheimen (Norwegen)

Titelbild zu unserem Blog über das norwegische Gebirge Jotunheimen

Sehr oft ist es nicht mehr nachvollziehbar, wann, warum und in welchem Zusammenhang eine Idee entstand. So war auch bei uns irgendwann und irgendwie der Gedanke da: Einmal die Hardangervidda, die grösste zusammenhängende Hochebene Europa`s, zu Fuß zu durchqueren - gepaart mit der Fragestellung: "Wann sonst, wenn nicht jetzt ?"

So begannen wir bereits 2012 ganz aufgeregt mit den Vorbereitungen für unser bis dato grösstes Abenteuer. Viele Menschen laufen wochenlang auf den Pilgerwegen dieser Erde, durchqueren zu Fuß die Kontinente oder trampen eben mal um die Welt - wir wollen dagegen "nur" die einzigartigen Gebirgslandschaften in Norwegen noch besser kennenlernen, die fast unberührte Natur so nah und intensiv als möglich erleben, unsere eigenen Grenzen erfahren, die vielleicht letzte Wildnis Europa`s entdecken und Regionen erkunden, die wir nur zu Fuß erreichen können.

Im Vorfeld sind für uns viele Fragen zu klären: Zelt oder Hütte ? Rundtour oder Rückfahrt mit dem Bus ? Nord-Süd oder Ost-West Durchquerung ? Alleine oder in einer Gruppe aufbrechen ? Frühjahr, Sommer oder Herbst ? Uns wird dabei schnell klar, dass eine Durchquerung der Hardangervidda mehr als nur eine Grenzerfahrung wäre und auch deshalb wohl nicht als Einstieg für uns geeignet ist. Wir entscheiden uns daher nach vielen Überlegungen für eine andere, allerdings nicht weniger spannende Variante: Eine Rundtour von Hütte zu Hütte, nur ca. 85 Kilometer zu Fuß, durch das norwegischen Gebirge der Riesen (sinngemäße deutsche Übersetzung) - das Jotunheimen. Im Anschluss wollen und werden wir noch einige Tage unterhalb der Gipfel, an den Ausläufern des Sognefjord, auf dem Anwesen Nes Gard verbringen, um uns zu erholen und einen Ausgleich zu schaffen.

Die notwendigen Vorbereitungen laufen an: Unterkunft auf NES GARD reservieren, Fährüberfahrten rechtzeitig und damit auch noch recht günstig buchen, Landkarten aus der Region und gute Wanderkarten aus dem Jotunheimen beschaffen (immer wieder gern in der Geobuchhandlung Kiel), mögliche Routen beratschlagen und abwägen, alle bedienten Hütten auf der Tour anschreiben und sicherheitshalber Übernachtungen reservieren, da wir in der Hochsaison während der norwegischen Schulferien unterwegs sein werden. Außerdem ist unsere Ausrüstung teilweise noch zu erneuern oder zum Beispiel um Regenhosen, neue Wanderhosen, Trinksysteme, Stirnlampen zu ergänzen. 

 

Ausgangspunkt:

Fjellstue (Hütte) Leirvassbu

 61°32'55.44"N  8°14'53.29"O
Zielpunkt: Fjellstue (Hütte) Leirvassbu  61°32'55.44"N  8°14'53.29"O
Höhenunterschied: im Schnitt täglich zwischen 600 und 1000 m niedrigster und höchster Punkt: 987 Meter und 1577 Meter über dem Meeresspiegel
Länge / Entfernung: 85 Kilometer total  Tagesetappen ca. 15 Kilometer
Dauer: Tagestouren zwischen 4 und 7 Stunden  ca. 6 Tage total
Beste Zeit / Saison: Juli - September  (Hochsaison in Norwegen bis Mitte August)
Schwierigkeitsgrad: Testbild 1  (Norwegische Einstufung - hier mehr dazu)

Die folgenden Bilder und Texte sprechen für sich und erzählen von einem für uns einmaligen und unvergesslichem Abenteuer, einer echten Grenzerfahrung und damit eine unserer ganz besonderen Touren, die in jedem Fall mehr war als nur irgendeine, wenn auch besonders schöne, Wanderung. Meistens stundenlang allein mit uns, dem Wetter ganztägig ohne Schutz ausgesetzt und einige Male fast am Verzweifeln, wird so eine Tour auch schnell zur Auseinandersetzung mit sich selbst. Sehr schnell verschieben sich die Relationen und Bedürfnisse gegenüber dem sonst gewohnten Alltag: Ein Dach über dem Kopf, ein trockener Schlafplatz für die Nacht, ein wärmender Ofen und etwas zum Essen - nur das braucht der Mensch wirklich und nur darum geht es dann irgendwann auch nur noch. Eine Dusche, eine "richtige" Toilette und einen eigenen Schlafraum empfinden wir so voller Dankbarkeit als puren Luxus.

Wir dürfen eine fantastische, fast unberührte Natur erleben, treffen in den Hütten durchweg auf freundliche und sympathische Menschen, staunen über Wetter- und Naturphänomene, fühlen uns einerseits so klein in dieser grandiosen Kulisse und andererseits so groß, weil wir diese Tour tatsächlich machen und offensichtlich bewältigen. Wir wandern, klettern, laufen, stolpern, fluchen, lachen, genießen, entdecken, balancieren, quälen uns, schweigen und freuen uns jeden Morgen auf den neuen Tag mit seinen Erlebnissen - wir leben....

 

In Summe 85 Kilometer im Hochgebirge Jotunheimen, 5 Hütten (LeirvassbuOlavsbuGjendebuMemurubuGlitterheimSpiterstulen), etliche Höhenmeter und sechs Tage am Stück bei jedem Wetter zu wandern - das liegt schon lange hinter uns und wir schauen mit einem leicht verklärten Blick zurück. Mit diesem Blog wollen wir mit euch gemeinsam noch einmal aufbrechen -  und wünschen euch viel Spaß dabei...

Bild mit Conny und Landkarte
Der Weg ist das Ziel oder "Wo geht es lang ?"
In der Unendlichkeit dieser Landschaft locken viele Hütten
In der Unendlichkeit dieser Landschaft locken viele Hütten
Geschafft: Nach dem Aufstieg vom See Gjende
Geschafft: Nach dem Aufstieg vom See Gjende

Die Anreise

Mitte Juli 2013 ist es endlich soweit - das Abenteuer beginnt. Wir fahren im Tagesverlauf mit dem Auto nach Dänemark, setzen mit der Abendfähre der Color-Line über, um dann anschließend in Norwegen einige Stunden auf einem Parkplatz im Auto zu schlafen. Danach geht es durch Norwegen über die E 16 nach Fagernes, von dort weiter über die Straße 51 auf der östlichen Seite erst einmal am Jotunheimen vorbei, danach ein kurzes Stück über die E 15, bis wir schließlich auf die Straße 55 - den bekannten Sognefjellpass - einbiegen, der als höchste Passstraße Skandinaviens das Jotunheimen durchquert. Hier fahren wir noch ein kurzes Stück durch die beeindruckende Gebirgslandschaft, bevor wir linker Hand zu unserem Ziel, ja quasi zu unserem "Basislager", der Fjellstue Leirvassbu abbiegen. Hier kommen wir nach einer entspannten Fahrt, wie geplant, gegen 18.00 Uhr an.

Jotunheimen - wir kommen !!! 

Die Leirvassbu ist eine der Hütten, die man auch noch mit dem Auto erreichen kann - damit also der perfekte Ausgangspunkt für Touren in das Gebirge und eine gute Möglichkeit, um unser Auto für die nächsten Tage zu parken. Die erste spannende Erkenntnis dieser Tour erreicht uns dennoch schnell: Bereits hier gibt es keinen Handy-Empfang mehr und damit erst einmal keine Möglichkeit, die vereinbarten "Lebenszeichen" nach Deutschland zu senden. Ich erkläre der freundlichen Hütten Wirtin mein Dilemma und sie lässt uns, typisch norwegisch, von ihrem vorhandenen Festnetztelefon nach Deutschland anrufen. Nach einem leckeren Abendessen in der Leirvassbu und einem kurzen Aufenthalt in der Bibliothek der Hütte gehen wir zeitig und todmüde schlafen, denn morgen um 8.00 Uhr geht es los: Unsere erste Etappe von der Leirvassbu zur selbst-bedienten DNT Hütte Olavsbu.

Alte Brücke an der Straße zur Leirvassbu - wir sind im Jotunheimen :)
Alte Brücke an der Straße zur Leirvassbu - wir sind im Jotunheimen :)
Geschafft: Unser "Basislager", die Leirvassbu ist erreicht. Morgen geht es auf  Tour....
Geschafft: Unser "Basislager", die Leirvassbu ist erreicht. Morgen geht es auf Tour....

ERSTE ETAPPE LEIRVASSBU - OLAVSBU (10,4 Kilometer Entfernung)

Nach einem ausgiebigen und leckeren Frühstück in der Leirvassbu, checken wir das letzte Mal unsere Ausrüstung, lassen unsere Thermoskanne mit warmen Tee füllen (ein Service der in allen bedienten / bewirtschafteten Hütten möglich ist, indem man am Vorabend einen bedruckten Zettel an der Rezeption entnimmt, seine Wahl wie Kaffee, Tee etc. ankreuzt, diesen Wunsch an seiner Thermoskanne befestigt und diese auf einem meist markierten Tablett abstellt, um sie dann dort am nächsten Morgen gut gefüllt wieder entgegenzunehmen) und machen uns ein Proviantpaket (in Norwegen: Matpakke oder Nistepakke) für den Tag zurecht. Punkt 8.00 Uhr geht es los: Unsere Tour beginnt auf einer Höhe von 1404 Meter über dem Meeresspiegel. Wir folgen zuerst dem Weg neben einer kleinen Anliegerstraße, die von der Leirvassbu in das Gravdalen führt. Bald teilt sich der Weg das erste Mal und biegt nach rechts in Richtung der DNT Hütte Skogadalsbøen ab. Wir gehen stattdessen weiter gerade aus und haben unseren ersten Aufstieg vor uns: Es geht am Høgvaglen bis auf 1550 Meter aufwärts (Bild unten links). Nach dem Abstieg zum Becken Nedre Høgvagltjønnen teilt sich der Weg erneut: Geradeaus geht es weiter zur Hütte Gjendebu, entlang am Langvatnet. Da wir heute erst einmal zur Olavsbu wollen, biegen wir an dieser Weggabelung nach rechts ab und folgen dem entsprechenden Wegweiser (Bild unten Mitte). Da der Bach zum Langvatnet reichlich Schmelzwasser führt, dürfen wir eine Kneipp-Kur Einlage absolvieren: Stiefel aus und durch das eiskalte Wasser....Anschließend arbeiten wir uns durch das Hochtal Semmeldalsmunnen bis zu einer steilen und riesigen Schneeverwehung hinauf zum Rauddalsbandet auf knapp 1600 Meter Höhe (Bild unten rechts). Der Blick von hier oben ist gewaltig und trotz schlechtem Wetter halten wir inne, um den Augenblick zu genießen und wohlwissend, dass es jetzt in Richtung Olavsbu nur noch talwärts geht. Am späten Nachmittag treffen wir in der Olavsbu ein, froh, die erste Etappe bewältigt zu haben und uns aufwärmen zu können. 

Bild mit Conny im Jotunheimen
Nach dem ersten Anstieg: Blick zurück zur Leirvassbu
Schuhe aus und durch - hier müssen wir lang....
Schuhe aus und durch - hier müssen wir lang....
Aufstieg durch den Schnee zum Rauddalsbandet
Aufstieg durch den Schnee zum Rauddalsbandet

OLAVSBU: Die DNT Hütte Olavsbu ist eine der typischen "selbstbedienten" Hütten, die man mit dem Universalschlüssel des DNT (Norwegischer Wander- und Tourismusverein) öffnen und für einen Aufenthalt nutzen kann. Die Übernachtung und der entnommene Proviant werden nach dem Vertrauensprinzip bezahlt, indem man alles in einem Beleg auflistet, seine Kreditkartendaten daneben schreibt und dieses Formular dann in eine Stahlkassette steckt. Die Hütten stehen nicht nur Mitgliedern des DNT zur Nutzung frei, allerdings genießen diese Vorteile, wie Ermäßigungen und den bevorzugten Anspruch auf einen Schlafplatz, sollte es tatsächlich einmal überfüllt sein (was wir noch nie erlebt haben).

Es gibt in der Olavsbu zwar kein fließendes Wasser und keinen Strom, aber ein Proviantlager und 52 Schlafplätze. Die Hütte wurde hier - mitten im gewaltigen Bergmassiv des Jotunheimen - 1951 durch den DNT errichtet, nachdem Olav Ringdal in Erinnerung an seinen, im April 1945 gefallenen Sohn Olav, die notwendigen Mittel dafür spendete, um ihm so ein ewiges Andenken zu setzen. 

In der Hochsaison ist auch in den selbstbedienten Hütten oft ein Hüttenwart vor Ort, um alles Notwendige vor Ort zu organisieren. So werden wir auch hier freundlich begrüßt, bemühen uns auf norwegisch, bis der nette Herr erklärt, dass er selbst nur schlecht norwegisch spricht, da er aus Dänemark ist und hier seinen Sommer verbringt. Er zeigt uns unsere Schlafplätze in einer Vier-Personen-Kammer und nach einer leckeren Mahlzeit mit Pasta,  warmen Tee und netten Gesprächen gehen wir zeitig schlafen. Für den nächsten Tag ist schlechtes Wetter angesagt und wir haben eine längere Etappe vor uns....

 

Abendessen in der Olavsbu kochen
Abendessen in der Olavsbu kochen
Höhenprofil der ersten Etappe Leirvassbu - Olavsbu
Höhenprofil der ersten Etappe Leirvassbu - Olavsbu

Copyright: DNT Olso og Omegn / Originalkarte hinterlegt auf https://www.ut.no/tur/2.12470/

Mitten in der gigantischen Bergwelt: Die Olavsbu
Mitten in der gigantischen Bergwelt: Die Olavsbu

ZWEITE ETAPPE OLAVSBU - GJENDEBU (15,4 Kilometer Entfernung)

Das Wetter lässt uns an diesem Morgen tatsächlich im Stich: Schneeregen und eiskalter Wind laden nur bedingt zur Fortsetzung unserer Tour ein. Aber wir müssen weiter und heute Abend an der Gjendebu ankommen, zumal wir dort unsere Ankunft per Mail angekündigt und zwei Schlafplätze vorab reserviert haben. So ziehen wir alles an, was wir an Bekleidung dabei haben und brechen auf. Wir folgen dem Wegweiser vor der Hütte und laufen lange Zeit im Rauddalen in südöstlicher Richtung. Nach einiger Zeit zieht es auf, der Regen lässt nach, der Wind wird dafür aber zum Sturm und wir blicken zurück zur Olavsbu, die sich in der Ferne unter einem Regenbogen erahnen lässt.... So kommen wir zu einer Abzweigung, wo man nach rechts dem Weg folgend zur Fondsbu kommen würde. Wir halten uns aber weiterhin, dem Weg über viele Steine geradeaus folgend, immer auf der linken Seite der unzähligen Seen und Wasserstellen, die hier nur Nummern und keine Namen haben. 

Dann umqueren wir den See 1384 auf der rechten Seite, suchen uns einen windgeschützten Platz um unsere Brote essen zu können und sind kurze zeit später bereits im Veslådalen, wo wir das erste Mal in der Ferne den See Gjende sehen. Gigantisch !!! Das Schmelzwasser der Gletscher gibt ihm seine besondere grün-blau-türkise Farbe. Von hier aus geht es "nur noch" bergab in Richtung Seeufer, wo unser nächstes Quartier, die Gjendebu liegen muss. Wir durchqueren noch einige Sommerweiden, überqueren eine Brücke und kommen dann, bei herrlichem Sonnenschein an der Hütte an. Diese ist nur zu Fuß oder mit dem Boot über den Gjende zu erreichen - dafür um so ruhiger und paradiesisch an diesem Ende des See`s gelegen. Wir bekommen eine "Doppelkammer" mit einem Doppelstockbett und sind froh, dass wir in dieser Nacht damit eine gewisse Privatsphäre haben. Die Frage, ob wir am "Mittagessen" (bedeutet in Norwegen eigentlich das Abendessen) teilnehmen wollen, bejahen wir sehr gern. Schnell noch eine Dusche am Duschautomaten (man benötigt Norwegische Kronen Münzen) genommen, ein leckeres 3-Gänge-Menü genossen und wieder (einmal) todmüde ins Bett gefallen...

Auf geht es zur nächsten Hütte, der Gjendebu
Auf geht es zur nächsten Hütte, der Gjendebu
Höhenprofil der zweiten Etappe Olavsbu - Gjendebu
Höhenprofil der zweiten Etappe Olavsbu - Gjendebu

Copyright: DNT Oslo og Omegn / Originalkarte hinterlegt auf https://www.ut.no/tur/2.12452/


Die Hütte Gjendebu ist mit 119 Betten nicht nur eine der größeren Hütten in Norwegen, sie hat auch eine sehr weit zurückreichende und in Norwegen sehr populäre Historie: So kann man noch heute die erste hier am Westufer des See`s geschaffene Behausung besichtigen, in der unter anderem das Mädchen Gjendine aufgewachsen ist. Kaia "Gjendine" Slaalien ist wohl die beeindruckenste Person, die bisher in Gjendebu gelebt hat. Im Frühsommer 1871 – also im Gründungsjahr – wurde sie in Gjendebu geboren. Sie war die Tochter des ersten Wirts-Ehepaares von Gjendebu, Anne und Erik Slaalien. 

Edvard Grieg, der Gjendebu besuchte, lernte ihren Gesang und ihre Lieder kennen. Gjendine inspirierte ihn. In Griegs Opus 66 finden sich zahlreiche Motive aus Gjendines Liedern. Das letzte Stück dieses Opus trägt deshalb auch den Namen „Gjendines vuggesang“. Gjendine starb kurz vor ihrem 101. Geburtstag am 13. Mai 1972.

Blick zurück in das schlechte Wetter über der Olavsbu
Blick zurück in das schlechte Wetter über der Olavsbu
Fast zu schön (und zu teuer) um wahr zu sein: Ein Bier !!
Fast zu schön (und zu teuer) um wahr zu sein: Ein Bier !!
Im Hintergrund ist das erste Mal der Gjende zu erkennen
Im Hintergrund ist das erste Mal der Gjende zu erkennen
Blick am Abend über den See Gjende
Blick am Abend über den See Gjende
Ankunft an der Hütte Gjendebu
Ankunft an der Hütte Gjendebu
Unser "Luxus" Quartier - immerhin nur für uns :)
Unser "Luxus" Quartier - immerhin nur für uns :)

DRITTE ETAPPE GJENDEBU - MEMURUBU ÜBER BUKKELÆGRET (10,0 Kilometer Entfernung)

Wir haben wunderbar geschlafen: Mit offenem Fenster, viel frischer Luft, Ruhe pur und todmüde vom Tag zuvor. So werden schnell die Sachen zusammen gepackt, Proviant und Thermoskanne für den neuen Tag vorbereitet und dann geht es wieder los... Es ist bewölkt aber trocken und wir sind guter Dinge. Wir folgen dem Weg am Ufer des Gjende entlang und kommen schließlich an den berüchtigten Aufstieg zum Bukkelægret - um die 500 Meter geht es am nördlichen Seeufer steil hinauf. Mit den schweren Rucksäcken steigen wir teilweise an Ketten und Stahlseilen bergauf. Im Nachhinein haben wir erfahren, dass man seine Rucksäcke an der Anlagestelle "Gjendebu" ablegen kann und diese dann vom täglich verkehrenden Boot auf dem Seeweg mit zur Memurubu mitgenommen werden. Wir können, nachdem wir uns bergauf und steil bergab damit geschleppt haben, jedem nur empfehlen, diese Option zu nutzen.

In jedem Fall sind wir froh, als wir es endlich geschafft haben und auf dem Bukkelægret ankommen, um diese Aussicht über den Gjende genießen dürfen. Wir treffen auf zwei Frauen aus Deutschland sowie zwei weitere Frauen aus Norwegen, die auf der gleichen Tour unterwegs sind und machen spontan gemeinsam unsere Pause mit Kaffee und Broten - eine tolle, unbeschreibliche Atmosphäre und Stimmung.

Bild mit Conny am Seil
Hier müssen wir irgendwie hoch....
Bild aus dem Jotunheimen
Knapp 500 Meter unter uns - der Gjende
Spontane gemeinsame Pause auf dem höchsten Punkt
Spontane gemeinsame Pause auf dem höchsten Punkt

Nach dieser Stärkung geht es weiter, denn wir müssen heute in jedem Fall auch wieder abwärts zum See kommen, da dort die nächste Hütte für uns, die Memurubu liegt. Wir folgen dem Weg hier oben auf dem Massiv bei wechselhaften Wetter aber dafür immer wieder faszinierenden Aussichten auf den See. Teilweise leuchtet sein türkisfarbenes Wasser sogar vom Sonnenlicht angestrahlt, während wir stolz und zufrieden auf dem Kamm bis zur Spitze des Sjugurdtinden laufen, von dessen Spitze man noch ein letztes Mal das gigantische Panorama genießen kann. Hier beginnt dann auch der strapaziöse und steile Abstieg zur Hütte Memurubu, die wir von hier oben bereits ausmachen können. Die von uns gewählte Richtung, also von der Gjendebu zur Memurubu in südöstlicher Richtung, wird vom DNT besonders dann empfohlen, wenn man diese Tour trotz Höhenangst gehen möchte. 

Am frühen Abend kommen wir geschafft in der Hütte an und können es kaum glauben: Wir bekommen ein Doppelzimmer mit einer eigenen warmen Dusche und einer "richtigen" Toilette. Luxus pur !!! Zum Mittag (Ihr erinnert euch - das norwegische Abendessen) sitzen wir mit netten Leuten aus Norwegen und Schweden an einer großen Tafel, genießen gemeinsam ein leckeres 3-Gang-Menü und fallen anschließend gleich wieder todmüde ins Bett - wohlwissend, dass wir am kommenden Tag wieder das steile Ufer des Gjende in Richtung Besseggen hinauf kraxeln müssen.

Blick vom Sjugurdtinden über den Gjende - ein Hammer
Blick vom Sjugurdtinden über den Gjende - ein Hammer
Unerwarteter Luxus: Ein richtiges Doppelzimmer...
Unerwarteter Luxus: Ein richtiges Doppelzimmer...
Da müssen wir runter - zur Memurubu
Da müssen wir runter - zur Memurubu
Höhenprofil der dritten Etappe Gjendebu - Memurubu
Höhenprofil der dritten Etappe Gjendebu - Memurubu

Copyright DNT Oslo og Omegn / Originalkarte hinterlegt auf https://www.ut.no/tur/2.12518/

Ob wir hier nach dem Essen unsere Stiefel wiederfinden...
Ob wir hier nach dem Essen unsere Stiefel wiederfinden...
Am nächsten Tag: Auf zum Glitterheim
Am nächsten Tag: Auf zum Glitterheim

VIERTE ETAPPE MEMURUBU - GLITTERHEIM (18,2 Kilometer Entfernung)

Die längste Etappe mit dem größten Höhenunterschied steht bevor... Das Wetter scheint mitzuspielen und so brechen wir, nach einem wirklich guten Frühstück, motiviert auf zur Fjellstue Glitterheim. Es geht auch gleich richtig los: Von der Memurubu am Seeufer steigen wir knappe 500 Meter steil hinauf Richtung Besseggen. Die Wanderung über den Besseggengrat gehört zu einer der populärsten Touren in Norwegen - steht heute aber nicht auf unserem Programm und so biegen wir mit Erreichen des Bergkammes dann nach links in Richtung Nedre Russglopet ab, steigen über Geröll- und Schneefelder, bis wir dann linker Hand am Ufer des Russvatnet entlang gehen. Ein schöner Bergsee, der von majestätischen und spitzen Gipfeln umringt wird. Nach unserer Brotzeit am Ufer des See`s geht es über einige Ganzjahresbrücken und schließlich an den nächsten Aufstieg - hinauf auf 1685 Meter zum Austre Hestlægerhøe. Gefühlt nimmt die Strecke heute kein Ende und unsere Laune lässt langsam nach... Bis wir endlich in der Ferne eine Hütte sehen - das muss Glitterheim sein. Aber wie so oft in Norwegen, entpuppt sich das Ganze als falscher Freund. Obwohl wir die Hütte tatsächlich erkennen können, laufen wir noch gut zwei Stunden, da wir einen Umweg über eine Hängebrücke laufen müssen, um den Fluss Veo zu überqueren. Endlich haben wir es geschafft und erreichen unser Ziel. Das freundliche Mädchen an der Rezeption gibt uns den Schlüssel zu unserer "Doppelkammer" - oh, wie wir Doppelstockbetten lieben gelernt haben. Im Keller gibt es wieder einen Duschautomaten, wo wir uns erfrischen und für 5 Norwegische Kronen 3 Minuten lang den Schweiß des Tages abspülen. Ein kurzes, aber dafür umso intensiveres Erlebnis.

Anschließend erleben wir ein unerwartetes kulinarisches Highlight: Das Essen gibt es an diesem Abend in zwei Durchgängen, da sonst die Plätze nicht reichen würden. Als wir um 20.00 Uhr den Raum betreten, wollen wir unseren Augen nicht trauen. Ein Buffet vom Allerfeinsten. regionale Zutaten aus dem Gebirge, frisch und lecker zubereitet. So gibt es als Vorspeise frische Forelle aus dem Fluss vor der Hütte, geräucherte Rentierzunge aus dem Jotunheimen und vieles, vieles mehr.  Zum Hauptgang folgt, vom Hüttenwirt persönlich serviert, ein deftiger Rentier-Eintopf. Conny hält sich an die Forelle, da diese auch unvergleichlich gut ist und ihr die Rentiere leid tun, so das sie das Fleisch nicht essen kann und will. Alles ist verdammt lecker und vielen renommierten Restaurants überlegen. Unglaublich !!

 

Bild mit See und Bergen in Norwegen
Am Ufer des Russvatnet entlang gehen wir zum Glitterheim
Blick aus unserem Fenster im Glitterheim
Blick aus unserem Fenster im Glitterheim
Einige Brücken sind auch Vertrauenssache....
Einige Brücken sind auch Vertrauenssache....
Höhenrprofil der vierten Etappe Memurubu - Glitterheim
Höhenrprofil der vierten Etappe Memurubu - Glitterheim

Copyright DNT Oslo og Omegn / Originalkarte hinterlegt auf https://www.ut.no/tur/2.12456/

Ein letzter Blick auf den Russvatnet
Ein letzter Blick auf den Russvatnet
Gemütlich und alles aus Holz: Unser Zimmer im Glitterheim
Gemütlich und alles aus Holz: Unser Zimmer im Glitterheim

Ein unglaubliches Wolkenspiel am Abend
Ein unglaubliches Wolkenspiel am Abend
Das Abendessen (Vorspeisenbuffet) im Glitterheim / Bild: Copyright Homepage der Fjellstue Glitterheim https://glitterheim.dnt.no/bilder/
Das Abendessen (Vorspeisenbuffet) im Glitterheim / Bild: Copyright Homepage der Fjellstue Glitterheim https://glitterheim.dnt.no/bilder/

 

Glitterheim ist eine bewirtschaftete Hütte des DNT, hier im Veodalen sehr idyllisch auf 1384 Metern Höhe gelegen und nicht nur zu Fuß, sondern auch per Rad über einen Fahrweg zu erreichen. Wir sind damit quasi zurück in der Zivilisation :)

Viele Norweger nutzen diesen Ort als eine Art Basislager, um den zweithöchsten Berg Norwegens, den Glittertind, zu besteigen. Die Diskussion darum, welcher nun der höchste und welcher nun der schönste Gipfel Norwegens ist - ob Glittertind oder Galdhøppigen - entzweit wohl eine ganze Nation und wird immer wieder intensiv geführt. Während des Essens am Abend versucht man uns immer wieder zu "bekehren", welchen dieser Berge wir unbedingt noch besteigen müssen und das, wenn die Schneehaube mitgezählt würde, der  Glittertind ohnehin der höhere Berg sei.... Überhaupt lernen wir in der gemütlichen Atmosphäre wieder einige nette Leute kennen. So sitzen wir mit einem Pärchen aus Belgien am Tisch. Die Frau stammt ursprünglich aus Liechtenstein und der Mann aus Oslo (Norwegen) und sie haben sich auf Belgien als Wohnsitz verständigt, um aus ihrer Sicht in einem neutralen Drittland zu leben, damit keiner bevor- oder benachteiligt wird. Globalisierung live... 

Sie überlegen noch, wie sie ihre Tour weiterlaufen sollen und wir empfehlen ihnen analog zu unseren Plänen als nächstes Ziel die Hütte Spiterstulen, wo wir die Beiden tatsächlich am nächsten Tag auch wiedersehen.

Nach dem Essen legen wir uns todmüde und zwischenzeitlich auch mit den ersten Schmerzen von der ungewohnten Belastung ins Bett, von wo aus wir im Liegen durch das Fenster nach draußen schauen können. Was  wir dann sehen, lässt uns trotz aller Müdigkeit und Strapazen noch einmal aufstehen, anziehen und eine Fotosession machen: Eine derartige Himmelsfärbung mit diesen Wolkenspielen haben wir nie zuvor gesehen. Die Sonne strahlt indirekt die mystischen Wolken an, die vor einem düsteren, dunkelblauen Himmel tanzen und glühen (Bild links oben). Da kann man nicht im Bett bleiben....

 


FÜNFTE ETAPPE GLITTERHEIM - SPITERSTULEN (16,0 Kilometer Entfernung)

Das Wetter sieht heute gut aus und scheint mit jedem Tag besser zu werden. Wir gehen entspannt zum Frühstück und stärken uns für den Tag. Bei uns am Tisch sitzt ein Norweger, mit dem wir ins Gespräch kommen. Nach den üblichen Fragen und Themen: Woher kommt Ihr ? Was ist eure Tour ? Kennt Ihr den Wetterbericht ? ernten wir jeweils ein "Jeg er imponert" (zu deutsch: "Ich bin beeindruckt") für unsere norwegischen Sprachkenntnisse und unsere Tourplanung. Was uns natürlich unglaublich Stolz macht !! Dann erfahren wir, dass heute sein großer Tag ist, auf den er sich jahrelang vorbereitet hat. Nach langer und schwerer Krankheit hat er lange trainiert, um heute endlich den Glittertind zu besteigen. Jetzt ist es an uns, schwer beeindruckt zu sein....

Etwas später gesellt sich noch eine ältere Dame an unseren Tisch. Sie ist bereits über 60 Jahre alt, quasi in der Natur groß geworden und jetzt Turleder (Guide) beim DNT. Sie freut sich, dass wir als Deutsche ebenfalls Mitglied in "ihrem"  DNT sind und "ihr" Norwegen bereisen. Sie warnt uns nach einem netten Plausch (auf norwegisch "pratt") schließlich noch vor dem Wetter: Heute Nachmittag, gegen 16.00 Uhr, wird es nach ihrer Einschätzung Unwetter geben. Der Wetterbericht zeigt nichts davon an, aber wir werden uns noch an die Worte der alten Frau erinnern..... Mit einem "God tur" verabschieden wir uns herzlich und brechen auf. Der Weg beginnt mit schönen Passagen im Veodalen. Teilweise gibt es Brücken, manchmal Bohlen, um die Flussläufe und das teilweise sumpfige Terrain zu durchqueren. Ansonsten springen oder mühen wir uns von Stein zu Stein, damit die Stiefel nicht gleich zu Beginn der Tour unnötig nass werden. In den ersten Stunden gibt es auf diese Weise nur einen Höhenunterschied von ca. 100 Metern, bevor der Weg am Talende deutlich steiler wird und über unzählige Steine und Geröll zum See Vesgluptønnen führt. Auch um den See herum bleibt nur das Klettern über große Steinblöcke bis wir eine Hochebene erreichen. 

Eingerahmt von beeindruckenden Zweitausendern liegt ein türkisfarbener Gletschersee vor uns - und ansonsten nur Steine, Steine, Steine und Geröll. Es bleibt uns nur, mit den schweren Rucksäcken, von einem Stein zum anderen zu springen oder zu balancieren. Mit einer Wanderung hat das nichts mehr zu tun.... Ein Ende ist nicht abzusehen, das ständige Balancieren auf den oft noch dazu feuchten Steinen kostet Kraft und Ausdauer, wir haben zu tun vorwärts zu kommen und die Stimmung sinkt. Kurz nach 16.00 Uhr passiert das, was wir nicht für möglich gehalten haben und was die alte Frau prophezeit hatte: Innerhalb kürzester Zeit zieht ein Sturm mit Orkanböen und Starkregen auf, so das wir gar keine Chance und Zeit mehr haben, unsere schützende Regenkleidung anzulegen. Innerhalb von Minuten sind wir pitschnass, durchgefroren und  emotional am Ende. Jetzt nur noch hinlegen und warten bis irgendwann ein Hubschrauber kommt, um uns zu holen.... Wir kämpfen uns weiter, rutschen die letzten 500 Meter mehr bergab als das wir noch gehen und erreichen irgendwann total desillusioniert und übel gelaunt die Hütte Spiterstulen. Nun hoffen wir nur noch auf ein warmes Quartier und ein Dach über den Kopf - mehr braucht es heute nicht mehr. 

 

6 Tage in 4 minuten - unser Video zur Tour durch das jotunheimen (Norwegen)

Music by Moby - The Lonely Night (Photek Remix) (www.mobygratis.com / Application ID: 151600) 


Im Veodalen fängt die Etappe noch entspannt an
Im Veodalen fängt die Etappe noch entspannt an
Zermürbend: Nur Steine und Geröll
Zermürbend: Nur Steine und Geröll
Eine nervenzehrende Etappe in schöner Natur
Eine nervenzehrende Etappe in schöner Natur

Mit der Sorge, keinen Schlafplatz mehr zu bekommen - da die Spiterstulen aus Prinzip keine Vorbestellungen entgegen nimmt -  stehen wir schließlich total durchnässt und ausgelaugt bei einem älteren Herrn, der uns noch ein Zimmer in einer der Holzbaracken am Fluss anbieten kann. Alles egal - wir sind froh und glücklich, aus den nassen Sachen rauszukommen und uns einmal lang machen zu können. Wir nutzen mit den zeltenden Gästen der Umgebung gemeinsam die sanitären Einrichtungen. Da wir sehr spät angekommen sind, bleibt für uns dann auch nur noch kaltes Wasser zum Duschen - dennoch fühlen wir uns danach schon besser... In einer Stunde soll es dann im Haupthaus etwas zu essen geben - aber wir kommen kaum noch hoch. So quälen wir uns in den Gastraum der Spiterstulen zum Essen, gönnen uns jeder ein Glas Rotwein zum wirklich guten Essen, und schwören uns, diesen Abschnitt nie wieder zu gehen. Nachtruhe !!

In dieser Holzhütte hatten wir ein Zimmer
In dieser Holzhütte hatten wir ein Zimmer
Höhenprofil der vierten Etappe Glitterheim - Spiterstulen
Höhenprofil der vierten Etappe Glitterheim - Spiterstulen

Copyright DNT Olso og Omegn / Originalkarte hinterlegt auf https://www.ut.no/tur/2.12458/

Die Hütte Spiterstulen am nächsten Morgen
Die Hütte Spiterstulen am nächsten Morgen

SECHSTE ETAPPE - DAS FINALE SPITERSTULEN - LEIRVASSBU (15,0 Kilometer Entfernung):

Der letzte Tag, die letzte Etappe und endlich einmal ein Traumwetter :) Wir spüren dennoch zunehmend die letzten Tage in den Knochen und sind froh, dass die letzten 15 Kilometer vor uns liegen. Wir starten nach einem kurzen Gespräch mit der Senior-Wirtin (eine wirklich nette Frau) in südöstlicher Richtung in das Visdalen und folgen dem Flussverlauf bis fast in die Mittagszeit. Rechter Hand von uns liegt der Gipfel des höchsten Berges in Norwegen (so zumindest unsere Einschätzung der Diskussion darum), des Galdhøppigen in majestätischer Schönheit. Wir nehmen uns vor, irgendwann einmal von der Spiterstulen aus seinen Gipfel zu erklimmen, aber heute geht es daran vorbei in Richtung unseres Basislagers, wo auch unser Auto steht. Im weiteren Verlauf des Visdalen treffen wir auf eine ältere Frau, die alleine durch das Tal läuft und wir kommen miteinander ins Gespräch. Sie fragt uns nach unserer Tour und unseren Zielen und erzählt dann im Gegenzug, dass sie hier im Tal nur zur Probe und zum Training läuft, um sich auf eine Tour auf den Galdhøppigen vorzubereiten. "Aber warum gehst du nicht direkt, zum Beispiel mit einer Gruppe, auf den Gipfel ?" fragen wir. Sie lacht und erklärt uns, dass sie es eigentlich nicht kann, da sie schweres Asthma hat und deshalb erst sicher sein möchte, dass es tatsächlich gut geht und sie bei einer Tour auf den Gipfel auch niemanden behindert. Deshalb läuft und trainiert sie sicherheitshalber erst einmal hier im Tal, um sich ihren Traum zu erfüllen. Einmal mehr sind wir tief beeindruckt und auch berührt. Wir wünschen alles Gute und viel Erfolg bei ihrem Vorhaben.

Am Ende des Visdalen halten wir uns an einer Weggabelung rechts, da es in die andere Richtung erneut zur Gjendebu gehen würde. Der Weg steigt mit dem Talende noch einmal deutlich an, um dann auf einer Hochebene an zwei imposanten Bergseen vorbei direkt zur Leirvassbu zu führen. Damit ist auch der Höhenunterschied zwischen der Spiterstulen (1100 Meter) und der Leirvassbu (1404 Meter) ausgeglichen und wir sind am Ziel !! Jippie !!

Als erstes gehen wir noch in die Leirvassbu und kaufen uns ganz ordinär und bewusst ungesund eine Tafel Schokolade und eine Flasche Cola - das muss jetzt einfach mal sein.

Wir sind damit am Ende unserer Tour, DER Tour. 6 Tage liegen hinter uns - immer in der Natur, oft allein mit uns, bei Wind und Wetter. Wir sind stolz, müde, geschafft und dennoch glücklich.

 

Die letzte Etappe - bald geschafft !!
Die letzte Etappe - bald geschafft !!
Zettel für die Bestellung der Thermoskannen-Füllung
Zettel für die Bestellung der Thermoskannen-Füllung
Der Weg ist das Ziel....
Der Weg ist das Ziel....
Bild Höhenprofil Jotunheimen
Höhenprofil der sechsten Etappe Spiterstulen - Leirvassbu

Copyright DNT Oslo og Omegn / Originalkarte hinterlegt auf https://www.ut.no/tur/2.12484/

Das letzte Wasser aus dem Trinksystem
Das letzte Wasser aus dem Trinksystem
Kein Hindernis kann uns aufhalten
Kein Hindernis kann uns aufhalten

Auch wenn unsere Tour strapaziös war und wir mehr als nur ein lädiertes Knie danach zu beklagen hatten: Wir würden es jederzeit wieder tun und wir werden es auch wieder tun. Diese sechs Tage haben uns so viel gegeben, gebracht und vieles zu gleich verändert. Das wollen wir nicht missen und das kann uns auch keiner mehr nehmen. Vielleicht sehen wir uns demnächst im norwegischen Fjell på tur (auf Tour) ??

FÜR EINE BESSERE ÜBERSICHT UND ZU EURER ORIENTIERUNG: DIE INTERAKTIVE KARTE UNSERER TOUR

HIER NOCH EINMAL DIE HÜTTEN UNSERER TOUR - VERLINKT ZUR JEWEILIGEN HOMEPAGE DER HÜTTE:

 

Leirvassbu  Olavsbu  Gjendebu  Memurubu  Glitterheim  Spiterstulen

 

Alle Empfehlungen in diesem Blog sind ohne jedes wirtschaftliche Interesse. Alle Details dieser Reise wurden von uns selbst organisiert und zu den üblichen Preisen bezahlt, so das wir unabhängig berichten können.

Die Karten mit den Höhenprofilen sind der Seite des DNT www.ut.no entnommen und dort mit der CC BY-SA 4.0 Lizenz hinterlegt. Alle Bildrechte in diesem Blog, mit Ausnahme des Bildes aus der Hütte Glitterheim, liegen bei den Autoren, Cornelia und Sirko Trentsch.

 

 VI ØNSKER DERE EN GOD TUR !!! WIR WÜNSCHEN EUCH EINE GUTE TOUR !!!


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Autoren: Cornelia und Sirko Trentsch (mehr über uns hier)


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