TOUREMPFEHLUNG: Tungestølen - Austerdalsbreen (Luster / Sogn og Fjordane)

Bild vom Gletscher Austerdalsbreen in Sogn og Fjordane / Norwegen
Ausgangspunkt:

Veitastrond / Tungestølen

 61°32'40.02"N 6°58'40.39"O
Zielpunkt: Austerdalsbreen (Gletscherzunge)  61°35'12.99"N 6°59'41.64"O
Höhenunterschied: 180 Meter 242 Meter - 452 Meter
Länge / Entfernung: 10 Kilometer total  
Dauer: ca. 2,5 Stunden   ca. 5 Stunden total
Beste Zeit / Saison: Juni - September  
Schwierigkeitsgrad: Testbild 1  (Norwegische Einstufung - hier mehr dazu)

2010 gingen wir die Tour zum Austerdalsbreen das erste Mal. Es folgten in den Jahren 2012 und 2013 weitere Wanderungen, da uns diese Gletscherzunge, die so weit und majestätisch in das Tal reicht, immer wieder beeindruckt. Das blauschimmernde Eis, die steilen Felswände in denen der Gletscher seine Spuren hinterlassen hat und der Gletscherfluss mit seiner intensiv leuchtenden Farbe sind immer wieder faszinierend. Diese Wanderung ist daher ein MUSS für alle Besucher dieser Region.

Ein "Møteplass" - erkennbar durch das "M" Schild
Ein "Møteplass" - erkennbar durch das "M" Schild
An diesem Tor beginnt der "Bomveg"
An diesem Tor beginnt der "Bomveg"
Die "Mautstation" in Selbstbedienung
Die "Mautstation" in Selbstbedienung

ANFAHRT: Entweder aus Richtung Sogndal oder vom Sognefjell über die Straße RV 55. In Hafslo nimmt man dann den Abzweig auf die Fv 337 nach Veitastrond. Der Fv 337 folgt man bis zum Ausgangspunkt der Wanderung (ca. 40 km). Diese "Strasse" ist schon alleine ein echtes Erlebnis. Sehr eng - teilweise passen keine zwei PKW nebeneinander.... Dafür gibt es dann den sogenannten „Møteplass“ (Haltebucht). Außerdem fährt man unter anderem durch schlecht oder gar nicht beleuchtete und sehr enge Tunnel. Der Adrenalinspiegel steigt unweigerlich. Hat man diesen Teil der Strecke überstanden, kommt man hinter dem Dorf Veitastrond an ein Tor: Ab hier beginnt der „Bomveg“ - eine private Mautstrasse. Man bezahlt, indem man das dort liegende Formular mit Datum und Autokennzeichen ausfüllt, eine Kopie davon abtrennt (wird wie ein Parkschein ins Auto gelegt) und den Geldbetrag (aktuell 50 Kronen für einen PKW / Stand 2016) mit dem dazugehörigen Umschlag in die vorgesehene Stahlbox steckt (siehe Bild oben rechts). Nun folgt man dem Weg in Richtung Tungestølen, bis man an eine Brücke kommt. Hier gibt es dann verschiedene Parkmöglichkeiten vor oder hinter der Brücke.

Wegweiser zum Austerdalsbreen
Wegweiser zum Austerdalsbreen
Wanderung zum Gletscher im Mai 2012 -  mit noch schneebedeckten Gipfeln
Wanderung zum Gletscher im Mai 2012 - mit noch schneebedeckten Gipfeln

TOUR: Der Weg ist ab der Alm / Hütte Tungestølen gut gekennzeichnet und leicht zu finden. Die alte bewirtschaftete Hütte Tungestölen wurde 2011 vom Sturm "Dagmar" zerstört und soll ab 2017 durch einen modernen Neubau mit Übernachtungsmöglichkeiten ersetzt werden. Die eigenwillige Architektur des neuen Projektes wird aktuell in der Bevölkerung stark diskutiert.

Zu Beginn der Wanderung ist der Pfad etwas beschwerlich. Es ist dort oft sehr schlammig und feucht - daher unbedingt auf festes, wasserdichtes Schuhwerk achten. Im weiteren Verlauf durch das Austerdalen wird der Weg flacher und trockener, aber auch steiniger. Rechterhand verläuft der Austerdalsfluss, der durch seine kräftige türkisblaue Farbe besticht. Zur Halbzeit folgt ein kurzer aber steiler Auf- und Abstieg über die Moräne. Das Tal ist ab diesem Punkt relativ karg: Die Landschaft wird durch Geröll und grosse Steinbrocken geprägt. Je näher man den Gletscher kommt, um so kühler erscheint die Luft. Kurz vorm Ziel dann noch einmal ein kleiner Anstieg....

Beeindruckendes Panorama mit den drei Gletscherbrüchen: Loke-, Odin-, und Torsgletscher - im Mai 2012 (zum Teil noch mit Schnee bedeckt)
Beeindruckendes Panorama mit den drei Gletscherbrüchen: Loke-, Odin-, und Torsgletscher - im Mai 2012 (zum Teil noch mit Schnee bedeckt)

ZIEL: Mit einem Denkmal, auf dem die Entdeckung des Austerdalsbreens im Jahr 1894 festgehalten wurde, hat man das Ziel nach ca. 10 km fast erreicht. Endeckt hatten den Gletscher die britischen Pioniere Bing und Slingsby.  „The finest ice-scenery in Europe“ - so bezeichnete Slingsby das Panorama, welches sich ihnen 1894 bot. Auch heute, mehr als 100 Jahre später, trifft dieses Zitat immer noch zu.  Ohne selbst auf das Eis zu müssen, kann man den Eindruck einer wilden, gigantischen  Gletscherlandschaft aus der Eiszeit auf sich wirken lassen. 

Überall befinden sich Warnschilder, worauf zu erkennen ist, wie gefährlich die Umgebung rings um den Gletscher ist. Ein bisschen mulmig ist uns auch, da es ständig irgendwo knistert oder man kleine Gerölllawinen an den umliegenden Felswänden sieht bzw. hört. Nah am Gletscher weht dazu immer ein recht kühler Wind (daher am besten eine warme Jacke im Gepäck mitnehmen). 

 

Atemberaubend, dem ewigen Eis so nah
Atemberaubend, dem ewigen Eis so nah
Gedenktafel zu Ehren von Bing & Slingsby
Gedenktafel zu Ehren von Bing & Slingsby
Am Gletscherfuß mit Schotter, Steinen und Felsbrocken
Am Gletscherfuß mit Schotter, Steinen und Felsbrocken

Für einen längeren Aufenthalt oder auch nur eine Übernachtung auf der Durchreise empfehlen wir das von uns geschätzte und in allen Portalen sehr gut bewertete Bed and Breakfast Nes Gard, welches du dir direkt HIER ANSCHAUEN UND ONLINE BUCHEN kannst.

 

GOD TUR !!!


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Autoren: Cornelia und Sirko Trentsch (mehr über uns hier)


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